Feuerbestattung künftig auch bei amtlich angeordneten Bestattungen möglich

Leichen-Bestattungsgesetz wird novelliert

13.Nov 17

Haben Verstorbene keine Nachkommen, die sich um die Bestattung kümmern oder können sich Nachkommen über die Bestattungsart nicht einigen, hat laut Salzburger Leichen- und Bestattungsgesetz der Bürgermeister die Bestattung anzuordnen. Laut derzeitiger Rechtslage ist in einem solchen Fall aber nur eine Erdbestattung gesetzlich möglich. „Eine Bestimmung, die nun mit einer Novelle geändert wird. Damit kann künftig auch im Fall einer ´amtlich angeordneten Bestattung´ beispielsweise eine Feuerbestattung durchgeführt werden“, so ÖVP-Landtagsabgeordnete Michaela Bartel, auf deren Landtagsantrag die Gesetzesnovelle zurückgeht, die am Mittwoch im Landtag beschlossen werden wird.

 

In ganz Österreich steigt die Anzahl an Feuerbestattungen stetig, allein im Krematorium Salzburg finden jährlich rund 3.300 Einäscherungen statt. Bereits zwei Drittel der jährlich insgesamt rund 1.500 Beisetzungen im Stadtgebiet sind derzeit Feuerbestattungen.

 

Die Bestattungsart richtet sich grundsätzlich nach dem Willen des Verstorbenen, wie aus § 15 des Salzburger Leichen- und Bestattungsgesetzes 1986 hervorgeht. Liegt eine ausdrückliche Willenserklärung des Verstorbenen nicht vor und ist sein Wille auch sonst nicht eindeutig erkennbar, steht dem Ehegatten oder eingetragenen Partner, den großjährigen Kindern, den Eltern und den Geschwistern des Verstorbenen dieses Recht zu. Kommen jedoch mehrere Berechtigte in Betracht und einigen sich diese über die Art der Bestattung nicht innerhalb von vier Tagen nach Eintritt des Todes oder kann die Bestattungsart sonst nicht eindeutig bestimmt werden, so hat dies der Bürgermeister der Gemeinde, in der der Tod erfolgte oder die Leiche aufgefunden wurde, festzustellen. In letztgenanntem Fall ist die Leiche laut derzeitigem Gesetz der Erdbestattung zuzuführen.

 

„Künftig wird bei Bestattungen, die durch Gemeinden und Sozialämter aufgrund von fehlenden Angehörigen oder nicht vorhandener finanzieller Mittel in Auftrag gegeben werden müssen, auch die Möglichkeit der Feuerbestattung – natürlich unter Rücksicht auf religiöse Gegebenheiten. Eine notwendige Anpassung an die Gegebenheiten der Zeit und auch eine finanzielle Erleichterung für Gemeinden, da Feuerbestattungen auch als weniger kostenintensiv als Erdbestattungen gelten“, meint Bartel abschließend.

Michaela Bartel

LAbg.

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