Heimlich hergestellte Nacktaufnahmen müssen strafrechtlich schärfer geahndet werden können

Derzeit sind nur Verwaltungsstrafen vorgesehen

08.May 19

„Der Anlassfall gibt zu denken: Ein Fußballtrainer einer Frauen-Mannschaft in Niederösterreich macht heimlich Nacktaufnahmen in der Umkleidekabine von zwei volljährigen Spielerinnen. Weil die Aufnahmen nicht veröffentlicht wurden hat der Mann formell nicht gegen das Strafgesetzbuch in der derzeitigen Form verstoßen. Strafrechtlich bleibt sein Handeln damit folgenlos, er muss maximal mit einer Verwaltungsstrafe rechnen. Ein Umstand, der zum Schutz des Persönlichkeitsrechts dringend geändert gehört“, meint Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, deren Antrag dazu heute im Landtags-Ausschuss verhandelt wird.

„Einen Menschen nackt ohne dessen Einwilligung zu filmen oder zu fotografieren, ist ein derart massiver Eingriff in die Selbstbestimmung und in die Intimsphäre eines Menschen, dass es auch Strafen nach dem Strafgesetzbuch dafür geben soll. In Österreich sind aktuell nur Minderjährige schon alleine von der Herstellung eines Nacktfotos durch § 207a StGB strafrechtlich geschützt. Dieser Schutz sollte auch auf Erwachsene ausgedehnt werden. In Deutschland gibt es beispielsweise mit § 201a StGB einen Straftatbestand, der vor Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen schützt. Eine ähnliche Lösung wäre auch im österreichischen Strafgesetzbuch wünschenswert“, fordert Pallauf abschließend.

LT-Präs. Dr. Brigitta Pallauf

LT-Präs. Dr. Brigitta Pallauf

Landtagspräsidentin

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