Klare Regelung für den Verleih von E-Books in öffentlichen Bibliotheken schaffen

15.Jan 19

„Öffentliche Bibliotheken sind wichtige Bildungseinrichtungen, die viele Bürgerinnen und Bürger erreichen. Im heutigen digitalen Zeitalter spielt neben dem Verleih von gedruckten Buchwerken auch der Verleih von E-Books eine immer größer werdende Rolle. In der Praxis kommt es allerdings zu Ungleichheiten beim Verleih von klassischen Büchern und E-Books. Klassische Bücher schafft eine öffentliche Bibliothek einmal an und kann sie dann so oft sie will verleihen. Bei E-Books muss sie eine Lizenz kaufen, deren Preis oft um ein Vielfaches höher ist als der handelsübliche Preis für ein gedrucktes Buch. Außerdem kann der Lizenzverkäufer auch bestimmen, wie oft das E-Book durch die öffentliche Bibliothek verliehen werden darf. Hier braucht es eine Angleichung, damit öffentliche Bibliotheken den Verleih von E-Books ähnlich gestalten können wie den Verleih von klassischen Büchern“, so ÖVP-Landtagsabgeordnete Michaela Bartel, die dazu auch einen Landtagsantrag eingebracht hat, der morgen, Mittwoch, im Ausschuss verhandelt wird.

„Neben den oben skizzierten Problemen gibt es auch hinsichtlich der Entschädigung der Autorinnen und Autoren Ungleichheiten. Für den Verleih eines klassischen Buches erhält der Autor oder die Autorin eine Bibliothekstantieme, welche in Form einer Pauschale vom Bund und den Ländern an die Verwertungsgesellschaft Literar-Mechana abzuführen ist und diese zahlt die Tantieme wiederum an die Autorinnen und Autoren aus. Diese Pauschale gilt für alle gedruckten Bücher gleichermaßen. E-Books sind davon jedoch nicht umfasst“, so Bartel weiter.

„Diese Ungleichheiten beim Verleih von E-Books und klassischen Büchern sorgen für Unsicherheiten bei den Rechtsunterworfenen und stellen sowohl für die Verleiher auf der einen Seite als auch für die Verlage und Autoren auf der anderen Seite eine unbefriedigende Situation dar. Weiters können öffentliche Bibliotheken durch diese Ungleichbehandlung ihre Kernaufgaben in Bezug auf E-Books, nämlich die Sicherstellung eines chancengleichen Zugangs zu Wissen und Information und die Gewährleistung einer ausgewogenen, marktunabhängigen Versorgung mit Literatur nicht vollumfänglich erfüllen. Hier braucht es eine Änderung für die Salzburger Bevölkerung“, so Bartel abschließend.

Michaela Bartel

LAbg.

Kontakt Artikel von: Michaela Bartel

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