Offensive für den Pflegeberuf starten, Pflegesystem absichern

ÖVP-Klubgespräch zum Thema ´Die Zukunft der Pflege – wer wird mich im Alter pflegen?´

28.Nov 17

Ein hochkarätig besetztes Expertenpodium und viele interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Rahmen des gestrigen ÖVP-Klubgesprächs zum Thema ´Die Zukunft der Pflege – wer wird mich im Alter pflegen?´. „Pflege und Betreuung ist eines der zentralen Zukunftsthemen. Kaum ein anderer Politikbereich ist von einer derartigen Dynamik und Entwicklung betroffen. Mir ist es daher ein zentrales Anliegen, Fragen zum Thema Pflege und Betreuung immer wieder in den Mittelpunkt der politischen Diskussion zu stellen und gemeinsam mit Expertinnen und Experten Lösungsansätze für die bevorstehenden Herausforderungen zu entwickeln. Das gestrige ÖVP-Klubgespräch war eine Möglichkeit dazu“, so Gastgeberin ÖVP-Klubobfrau Daniela Gutschi, die drei zentrale Handlungsfelder aus der gestrigen Diskussion mitnimmt:

„Wir müssen erstens alle Bemühungen intensivieren, den Stellenwert des Pflegeberufs zu steigern, damit wir trotz einer ständig steigenden Anzahl an Pflegebedürftigen auch künftig genug gut ausgebildetes Pflegepersonal zur Verfügung haben werden. Dazu braucht es nicht nur genügend Ausbildungsplätze, sondern eine gemeinsame Offensive für den Pflegeberuf. Derzeit stehen, auch im der öffentlichen Diskussion, Pflegeberufe primär als fordernde und oft auch belastende Berufe im Fokus. Dabei kommt viel zu kurz, dass es sich heute beim Pflegeberuf um einen sehr attraktiven Beruf ganz nahe am Menschen, mit großen Entwicklungsmöglichkeiten und ausgezeichneten Berufsaussichten handelt. Das müssen wir noch viel stärker ins Bewusstsein bringen und noch offensiver um künftige Pflegekräfte werben.

Zweitens werden Pflegekräfte und Betroffene auch im Pflegebereich immer öfter durch ´High-Tech´- Produkte unterstützt. Diese Instrumente können und werden die menschliche Pflegekraft nie ersetzen, können sie aber maßgeblich unterstützen. Das gilt es noch stärker zu nutzen und als Chance zu sehen“, so Gutschi, die bei diesem Befund auch von den Experten, Institutsvorstand Univ. Prof. Dr. Jürgen Osterbrink, Geschäftsführer von Salzburg Research Univ. Doz. Dr. Siegfried Reich und der Pflegedienstleiterin im Seniorenwohnhaus Werfen, Daniela Knauseder, unterstützt wird, die über internationale Entwicklungen und lokale Projekte berichteten, in denen Computersysteme, Roboter und IT-Lösungen als Unterstützung in der Pflege und Betreuung bereits erfolgreich eingesetzt werden.

„Drittens gilt es, neben der professionellen Pflege, die derzeit größte Gruppe der Betreuenden, die pflegenden Angehörigen, bestmöglich zu unterstützen. Etwa 80 Prozent der Pflegebedürftigen werden zuhause von ihren Angehörigen gepflegt und betreut. Würde diese Säule wegbrechen, wäre das Sozialsystem in der derzeitigen Form nicht mehr aufrecht zu erhalten. Pflegende Angehörige nach Kräften zu unterstützen, muss daher eine zentrale Aufgabe der Sozialpolitik sein. Es braucht hier ein ganzes Bündel an Maßnahmen, die von der Stärkung der sozialen Dienste wie Hauskrankenpflege und Hausdienste, über einen Ausbau der Möglichkeiten für eine ´Auszeit von der Pflege´ wie etwa Tagesbetreuungseinrichtungen oder teilstationärer Betreuungseinrichten bis hin zu einer vollen sozialrechtlichen Absicherung für die pflegenden Angehörigen oder verstärkte Beratungsangebote reichen. Auch ein senioren- und pflegegerechter Umbau der eigenen vier Wände ist hier ein wichtiger Aspekt, bei dem die bereits vorhin angesprochenen neuen Technologien eine besondere Hilfestellung geben können“, ist Gutschi überzeugt.

„Eine immer älter werdende Gesellschaft und der daraus resultierende Anstieg an Pflegebedürftigen und folglich der vermehrte Bedarf an qualifizierten Pflegekräften erfordert neue Zugänge zum Themenbereich Pflege und Betreuung. Wir brauchen einen offensiven Zugang, neue Denkansätze und eine konsequente Umsetzung der notwendigen Maßnahmen, um den Herausforderungen in diesem wichtigen Politikfeld gerecht zu werden. Daran werden wir weiter mit Nachdruck arbeiten, um den Menschen die Sicherheit zu geben, sich im Pflege- und Betreuungsfall darauf verlassen zu können, bestmöglich betreut zu werden“, so Gutschi abschließend.

 

Im Foto: v.l. Univ. Prof. Dr. Jürgen Osterbrink, Daniela Knauseder BscN, Mag. Daniela Gutschi, Univ. Doz. Dr. Siegfried Reich.

KO Mag. Daniela Gutschi

KO Mag. Daniela Gutschi

Klubobfrau / LAbg.

Kontakt Artikel von: KO Mag. Daniela Gutschi

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