Pilotprojekt Lehrpraxis für Kinderärzte auch in Salzburg umsetzen

Als Vorbild dienen die Lehrpraxen in der Allgemeinmedizin

04.Mar 21

„Es ist für viele Jungärzte mittlerweile leider wenig attraktiv geworden, nach Abschluss der Ausbildung eine Ordination mit Kassenverträgen zu übernehmen. Dies gilt besonders für die beiden Gruppen der medizinischen Basisversorger, nämlich die Fachgebiete Allgemeinmedizin sowie Kinder- und Jugendheilkunde. Ein Weg hier gegenzusteuern sind die sogenannten Lehrpraxen. Dabei absolvieren Jungärzte einen Teil ihrer Ausbildung in einer Praxis für Allgemeinmedizin, um so bereits während der Ausbildung einen Einblick in die Arbeitswelt eines niedergelassenen Arztes zu bekommen. Dieses Modell wird – ausgehend von Salzburg – mittlerweile bundesweit praktiziert und auch vom Bund mitfinanziert. Ein ähnliches Pilotprojekt sollte auch in der Kinder- und Jugendheilkunde umgesetzt werden. Leider ist der Bund, aber auch die Krankenkasse in diesem Fall bisher nicht zu einer Mitfinanzierung bereit. Hier braucht es ein Umdenken“, fordert ÖVP-Gesundheitssprecherin LAbg. Michaela Bartel.

„Wie prekär die Situation mittlerweile auch bei niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten ist, zeigt ein Beispiel aus der Stadt Salzburg. Nach der Pensionierung eines Kinderarztes brauchte es über drei Jahre, um die frei gewordene Kassenvertragsstelle für Kinder- und Jugendheilkunde zu besetzen. Es ist zu befürchten, dass sich dieses Problem ohne aktive Gegenmaßnahmen in der Zukunft noch verschärfen wird, zumal in den nächsten Jahren weitere Kinder- und Jugendfachärztinnen und -fachärzte ihre Pension antreten werden. Mit der Ermöglichung von Gemeinschaftspraxen, Job-sharing-Modellen und anderen Formen der Zusammenarbeit wurden bereits Schritte gesetzt, um dem Problem entgegenzuwirken. Das Modell einer Lehrpraxis auch für Kinder- und Jugendheilkunde könnte hier ein weiterer Ansatz sein“, so Bartel abschließend.

Michaela Bartel

LAbg.

Kontakt Artikel von: Michaela Bartel
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