Schlachttiertransporten aus der Europäischen Union in Drittstaaten verbieten

Die Rahmenbedingungen für innereuropäische Tiertransporte verändern, um Tierleid nachhaltig zu vermindern

02.Mar 20

„Vor vielen Jahren hat die Europäische Union die Exporterstattungen für Schlachtvieh zur Gänze eingestellt. Dies war eine richtige Maßnahme und hatte auch zur Folge, dass sich die Exporte von lebenden Schlachttieren aus der Europäischen Union in Drittstaaten wesentlich verringerten. Es ist aber zu bemerken, dass die Schlachttier-Exporte in die Staaten des Nahen und Mittleren Ostens wieder zunehmen. Daher ist es ein Gebot der Stunde, dass die Europäische Union sämtliche Schlachttiertransporte in Drittstaaten ausnahmslos verbietet. Dieses Verbot ist dringend notwendig und wichtig“, führt ÖVP- Klubobmannstellvertreter HR Prof. Dr. Schöchl aus, der einen entsprechenden Antrag kommenden Mittwoch bei der Landtagssitzung einbringt.

 

„Um Tierleid wirklich nachhaltig zu vermindern und nicht nur zu verlagern, bräuchte es den Auf- bzw. Ausbau einer entsprechenden Kühllogistik in den Abnehmerländern. Deren Fehlen ist ein wesentlicher Grund für den Import von lebenden Schlachttieren durch die Staaten des Nahen und Mittleren Ostens. Es wäre daher sehr sinnvoll, wenn die Europäische Union den Auf- bzw. Ausbau von Kühlketten unterstützt. Dies hätte zur Folge, dass Fleisch von Tieren, die nach europäischen Standards gehalten werden, exportiert werden könnte. Damit wären selbstverständlich auch wesentliche wirtschaftliche Vorteile und Exportchancen für die europäische Fleischwirtschaft und die europäische Landwirtschaft verbunden“, so Schöchl weiter.

 

„Die Rahmenbedingen für internationale, aber innereuropäische Tiertransporte sind durch harmonisiertes Recht der Europäischen Union für alle Mitgliedsstaaten festgelegt. Die europäische Union muss eine Änderung der Rechtssetzung in zwei wichtigen Bereichen herbeiführen. Einerseits eine wesentliche Verkürzung der maximal erlaubten Transportzeit und andererseits eine Hinaufsetzung des frühesten möglichen Transportalters von Kälbern von derzeit zumindest 14 Tagen auf zumindest 30 Tage“, zeigt sich Schöchl entschlossen.

 

„Besonders wichtig ist es auch, im eigenen Wirkungsbereich tätig zu werden. Mit dem SalzburgerLand Herkunfts-Zertifikat, intensiver Beratung durch die Landwirtschaftskammer und dem Pilotprojekt zur Vollmilch-Kälbermast wurden von unserem Landesrat Dipl. Ing. Dr. Josef Schwaiger schon einige Maßnahmen in der heimischen Landwirtschaft gesetzt, um die Kälbertransporte zu minimieren. Darüber hinaus wäre eine sinnvolle Maßnahme der verstärkte Einsatz von gesexten Samen bei milchbetonten Rinderrassen, wodurch weniger Stierkälber anfallen würden, wie dies schon von einzelnen Bauern praktiziert wird“, so Schöchl abschließend.

 

BO KO-Stv. HR Dr. Josef Schöchl

HR Dr. Josef Schöchl

Bezirksobmann Flachgau / Klubobfrau-Stv.

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